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Jan Fries
Der Kessel der Götter.
Handbuch der keltischen Magick
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Edition Roter Drache, 2010
Das Buch der Kessel der Götter von Jan Fries
wurde bereits im Jahre 2003 im Mandrake Verlag in englischer Sprache veröffentlicht.
Nun, sieben Jahre später, liegt die deutsche Übersetzung im
Edition Roter Drache Verlag vor und wurde hierfür um einige Überarbeitungen
ergänzt.
Jan Fries möchte mit seinem Werk versuchen, der keltischen
Magick anhand von archäologischen Funden und historischen Fakten
näher zu kommen. Dabei geht er in seinem 616 Seiten umfassenden Buch
zunächst auf die frühesten Entwicklungen in der Hallstatt- und
La Tène-Zeit ein, greift unter anderem Themen wie Opfergaben, Kultplätze,
Talismane, Begräbnisstätten auf und nennt verschiedene, überlieferte
Götter. Umrahmt wird der Erzählstrang von vom Autor selbst angefertigten
Zeichnungen. Jan Fries weiß, der Leserschaft ein sehr breites Spektrum
an Informationen rund um die keltische Kultur zu präsentieren. Wer
sich über die Druiden und Barden informieren möchte oder aber
mehr über das religiöse Brauchtum zur Zeit der Römer und
des frühen Christentums, aber auch weit darüber hinaus bis in
das frühe Mittelalter heinein wissen möchte, wird in Der Kessel
der Götter eine wahre Fundgrube an nützlichen Informationen
finden. Zudem sind immer wieder Zitate von Dichtern und Barden wie zum
Beispiel Lukan oder Taliesin zu finden – und zwar sorgsam ins Deutsche
übersetzt. Überdies wird eine kurze Einführung in das altirische
Oghamalphabet und Baummagie gegeben.
Wissenschaftlichen Anspruch erhebt Jan Fries jedoch nicht.
Auf Fußnoten wird verzichtet, zudem sind die einzelnen Kapitel jeweils
nur ein Anriss des eigentlichen Themas. Zu einem ersten Überblick
über die keltische Kultur (ganz speziell für den Bereich der
Riten und religiösen Brauchtümer) reicht es allemal und wer
tiefer in dieses Thema einsteigen möchte, dem stellt der Autor eine
Bibliografie zur Hand, die natürlich keinen Anspruch auf Vollkommenheit
hegt.
Doch nun zur Magick. Wer in dem Buch Der Kessel der Götter
einen dicken Wälzer voller Anleitungen und Zaubersprüchen erwartet,
wird vermutlich enttäuscht sein. Vereinzelt sind Übungen mit
Trance- und Meditationstechniken zu finden, die von Jan Fries selbst ausgearbeitet
wurden. Diese richten sich jedoch an Fortgeschrittene und es ist hierbei
ratsam, zunächst die anderen Bücher von Jan Fries, wie zum Beispiel
"Visuelle Magie" zu lesen, um dann die Übungen in "Der
Kessel der Götter" in vollem Umfang genießen zu können.
Viele Übungen sind es nicht und sollen es auch nicht
sein. Jan Fries möchte den Leser zu einem eigenständigen magischen
Handeln inspirieren. Dabei sollen die historischen Fakten und Überlieferungen
dazu dienen, eigene Ideen für die Umsetzung der persönlichen,
magischen Praxis zu entwickeln. Denn eines steht leider fest: Es gibt
heutzutage zahlreiche, historische Überlieferungen, doch wie genau
der religiöse Alltag oder rituelle Brauchtümer von den Menschen,
die die Römer als Keltoi bezeichneten, genau vollzogen wurde, bleibt
weiterhin im Ungewissen.
Jan Fries gelingt es jedoch wunderbar, mit der weit
verbreiteten, esoterisch verklärten Sichtweise von keltischer Magie
und Mythen um Barden und Druiden zu brechen und ein Stück näher
an eine Rekonstruktion dessen zu kommen, wie es gewesen sein könnte.
Birthe Klementowski
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