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Frank Schnelle / Andreas Thiemann Die 50 besten Horrorfilme 152 Seiten, 152 Fotos In Form kleiner und preisgünstiger, wenn auch qualitativ hervorragend produzierter Taschenbücher hat der Bertz & Fischer-Verlag ein Marktsegment erschlossen, das er nun regelmäßig füttert. Attraktive Themen und publikumsorientierter Informationsteil dieser kleinen Bände dürften einigen Erfolg garantieren. Nach den 100 besten Filmen präsentiert das Autorenteam Schnelle & Thiemann nun eine speziell ermittelte Auswahl der 50 besten Horrorfilme. Diese wurden ermittelt durch die Auswert bereits bestehender Listen, die einen Horrorkanon versuchten. Zudem enthält der Band noch 10 zusätzliche Tips, die den Autoren noch fehlten - es sind also 60 Filme besprochen. Das kleine Format birgt jedoch auch seine Tücken: Sowohl die knappe Einleitung wie die Beschränkung auf 2 Seiten pro Film reduzieren die Kommentare auf ein Minimum, auch wenn die Einschätzungen meist nachvollziehbar ausfallen. Dazu kommen noch zahlreiche (hochwertig reproduzierte) Fotos, die den Raum noch mehr eingrenzen. In kleinen Infokästen wird erläutert, welche DVD oder BD-Fassung empfehlenswert ist - eine wertvolle Handreichung. Die Auswahl, die sich aus den genutzten Quellen ergibt, ist für den Fan sicher akzeptabel, wenn auch extrem konzentriert auf die moderne und postmoderne Phase nach 1968. Die Klassiker des westlichen Kinos tauchen fast alle auf, exotische Aspekte (COFFIN JOE etc.) bleiben ausgespart. Auch der italienische Hororfilm ist erstaunlich unterrepräsentiert (lediglich DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT und SUSPIRIA findet man). Aber diese Auswahl ist letztlich der Methode der Auswertung geschuldet. Die 10 Zusatztips sind zweifellos charmant (SO FINSTER DIE NACHT, NEAR DARK, THE DESCENT, AUDITION - sicher, die gehören hierher), doch spätestens an dieser Stelle hätte man vergleichsweise 'große' Klassiker wie JACOB'S LADDER, WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN oder ANGEL HEART erhofft. Auch Andrzej Zulawskis Kultklassiker POSSESSION wäre einen Tip wert gewesen. Auch die Literaturangaben berücksichtigen nur die Quellen, verschweigen dagegen weiterführende Hinweise. Aber was kann man einem so begrenzten Konzept schon vorwerfen? Für den Filmfan mit Offenheit für das verfemte Horrorgenre ist dieser Band die ideale Einkaufsliste: kompakt, prägnant und informativ. :ms: |
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